Wissenschaft und Sprache

An der Technischen Universität Berlin (Zentraleinrichtung Wissenschaftiche Weiterbildung und Kooperation) und in Bonn, am BICC (Bonn International Center for Conversion) habe ich zusammen mit Peter Gößwein je einen workshop abgehalten. Unser Thema: "Überzeugend formulieren in Wort und Schrift." Die jungen Leute sind interessiert, ja begierig, den Umgang mit Sprache zu lernen, sie wollen ihre Texte verflüssigen und wären auch gerne verständlich. Derlei wird schließlich an unseren Universitäten noch immer nicht geübt. Aber immer kommt diese Angst hoch, wenn es verständlich sei, wäre es nicht wissenschaftlich. Sie haben Angst, nicht anerkannt zu werden. Und sie haben offenbar immer noch Dozenten, Doktorväter und -mütter oder auch Hauslektoren, die es mögen, wenn sich Substantivgebirge türmen, Passivkonstruktionen und allerlei Einschübe suggerieren, daß es Erkenntnis ohne Subjekte gebe. Ich will von den üblichen akademischen Krücken nicht reden, die sind Gegenstand der Seminare. Aber mich erschreckt, daß die vor einigen Jahren noch recht lebendige Diskussion um eine Sprache der Wissenschaft, die komplex und nicht unnötig kompliziert ist, offenbar keinen Stellenwert mehr hat. Jedenfalls im deutschen Sprachraum. Die wissenschaftlichen Einrichtungen kaufen PR-Leute und werben mit den Superlativen der Werbesprache. Und Wissenschaftler meinen, ihre Texte würden bedeutend klingen, wenn sie aufgeblasen sind und voller Fertigbauteile. Hier sollte eine Datei mit meinen Minimalratschlägen stehen, sie folgt demnächst

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