Ein lieber Freund ist tot

Jens Brüning ist gestern gestorben. Es verschlägt mir die Sprache, wir kannten uns seit Anfang der 1970er Jahre, er war so treu und freundlich und hat sich intensiv und immer auch sehr sorgfältig um die Bücher und vor allem die Autoren gekümmert, die ihm am Herzen lagen, meist Menschen, die ins Exil gehen mußten, wie Gabriele Tergit, deren Nachlaß er durch viele Hindernisse hindurch und mit wenig Lohn betreut hat. Er hat so schöne kluge Sendungen über Literatur oder auch Kabarett der 20er Jahre gemacht, seine Zeitungsüberblicke waren bis zuletzt, obwohl das nun wirklich nicht mehr opportun war, durch politischen Scharfblick gekennzeichnet. Und er gehörte zu jenem engen kleinen Kreis von "Verwandten", die einander bei Lesungen oder sonstigen Veranstaltungen trafen, die nicht Husch und Pfusch und Glanz oder Gloria waren, sonder vom Interessse an Inhalt oder noch genauer: an den Menschen hinter den Inhalten geprägt. Man sagte mir, es war eine Lungenentzündung, mehr weiß ich nicht.

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