Grenzen der Hirnforschung

Das lange Wochenende nach Weihnachten habe ich u.a. genutzt, um Zeitungsberge abzuarbeiten. Da stiess ich in der dicken ZEIT auf das umfangreiche Dossier: "Wie kommt das Gute in die Welt?" Ausführlich wird gefragt, wieso sich Leute nicht so egoistisch verhalten, wie es die Forscher der letzten Jahrzehnte propagiert haben. Sieh mal an, es gibt also eine altruistische Hirnregion. Die Wissenschaftler sind um die ganze Welt gereist, um Beispiele für altruistisches Verhalten zu finden. Mir haben die historischen Beispiele gefehlt. Zum Beispiel sind Tausende Freiwillige aus unterschiedlichen Ländern vor 80 Jahren nach Spanien gegangen, um die Republik im Kampf gegen Franco zu unterstützen. Sie haben nicht auf ihre Vorteile geachtet und haben ihr Leben für andere riskiert. Wahrscheinlich wissen das die naturwissenschaftlich ausgebildeten Journalisten nicht und ausserdem passt es nicht in den aktuellen Biologismus, wo alles mit durchleuchteten Hirnregionen erklärt wird. Die Erinnerung an die Spanienkämpfer ist schwer belastet, die meisten waren - igitt - Kommunisten. Aber sie wollten das Gute und haben sich - ohne auf ihren Vorteil zu achten - für andere engagiert. Und wie ist das mit dem lebensgefährlichen Engagment der demonstrierenden Iraner - ob sich das demnächst auch biomedizinisch erklären läßt?

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