Leipzig war lustig

Veranstaltungsort: Horns Erben, das war einmal eine Firma oder Fabrik ... man geht in einer dunklen Gegend eine dunkle Treppe hinauf, an dunklen Türen vorbei und tritt in den Saal ein, in dem es eine kleine Bühne, sehr helle Scheinwerfer, ein paar Stuhlreihen und eine Bar gibt. Die Sessel für Moderatoren und Autoren (jaja, auch -innen, vielleicht gar Moderierende und Autierende?) sind so tief und weich, daß ich versinke. Rechts von mir setzt sich Claudia Albert aufrecht an die Kante - alles ist Erfahrung. Links sitzt Ulrich Schneider, es ist ein Gespräch. Die Stunde war erstaunlich schnell...

Grenzen der Hirnforschung

Das lange Wochenende nach Weihnachten habe ich u.a. genutzt, um Zeitungsberge abzuarbeiten. Da stiess ich in der dicken ZEIT auf das umfangreiche Dossier: "Wie kommt das Gute in die Welt?" Ausführlich wird gefragt, wieso sich Leute nicht so egoistisch verhalten, wie es die Forscher der letzten Jahrzehnte propagiert haben. Sieh mal an, es gibt also eine altruistische Hirnregion. Die Wissenschaftler sind um die ganze Welt gereist, um Beispiele für altruistisches Verhalten zu finden. Mir haben die historischen Beispiele gefehlt. Zum Beispiel sind Tausende Freiwillige aus unterschiedlichen...

gelesen: Peter Ackroyds Shakespeare-Biografie

zur Zeit bin ich in Berlin auf Urlaub. Das bedeutet, dass ich mir keinen Druck mache, viel im Schnee herumstapfe und die Ding etue, für die ich sonst keine Zeit habe. Ich geniesse den Schnee, schließlich bin ich in Österreich aufgewachsen. Und lese u.a. Peter Ackroyds Shakespeare-Biografie. Ein Genuss. Viele Vermutungen, vielleichts, könntes, aber so gekonnt, dass man den sich bewegenden Denkapparat spürt und die Spurensuche begleiten kann. *****

gelesen: Wassili Grossmann

da ich nun schon auf Seite 620 bin,kann ich das Buch sehr empfehlen. Vorsichtig und ohne vorschnelle Parallelen verknüpft der Autor die Geschehnisse in Stalingrad - auf deutscher und russischer Seite und das Lagerleben - in KZs und im Gulag. Abgesehen davon denke ich jeden Tag daran, dass wir nicht frieren, nicht hungern, keine Granaten einschlagen und ich keine Angst haben muss, abgeholt zu werden.

gelesen: Metternich - Staatsmann zwischen Restauration und Moderne

Von Wolfram Siemann ist seit längerem eine "große" neue Metternich-Biographie angekündigt (Beck-Verlag); der Erscheinungstermin wurde um zwei Jahre verschoben, als Vorkost ist ein kleines Büchlein erschienen: Metternich - Staatsmann zwischen Restauration und Moderne. Meine Kurzrezension dazu erscheint im Deutschlandradio Kultur.

Lange Pause + Gelesenes

Mein Sohn und Administrator und Lehrer in Sachen Website sagt mir immer wieder, eine Website muss gepflegt werden, lange Pausen sind kontraproduktiv. Aber es ist so heiss. Also Lesefrüchte: Gustav Seibt, Goethe und Napoleon, eine historische Begegnung, hat mir grosses Vergnügen bereitet, Blick von schräg unten, Detailaufnahmen und ungewohnte Zusammenfügungen des literarischen und historischen Materials renovieren das Bild von Klassik und französischer Besetzung. **** In Wolfram Siemanns Metternich-Büchlein (Metternich. Staatsmann zwischen Restauration und Moderne) hat mich vorweg die...

Interkultur

Mark Terkessidis, Interkultur, es 2589, Berlin 2010, hab ich heute für dlr rezensiert, hatte nur wenig Platz. Es ist ja erfreulich, dass allmählich auch Nachkommen der Einwanderer aus Wirtschaftswunderzeiten sich in die Debatte um Integration/ Zusammenleben/gemeinsame Kultur einmischen. Schade dass er so wenig von früheren Modellen der Völkermischungen weiss. Ich lese gerade die Bücher von Karl-Markus Gauß, (Die Hundeesser von Svinia, Die versprengten Deutsc hen, Die sterbenden Europäer) - über Slowaken, Ungarn, Deutsche und Roma, über die seinerzeit in ukrainische und russische Gebiete...

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