Lange Pause + Gelesenes

Mein Sohn und Administrator und Lehrer in Sachen Website sagt mir immer wieder, eine Website muss gepflegt werden, lange Pausen sind kontraproduktiv. Aber es ist so heiss. Also Lesefrüchte: Gustav Seibt, Goethe und Napoleon, eine historische Begegnung, hat mir grosses Vergnügen bereitet, Blick von schräg unten, Detailaufnahmen und ungewohnte Zusammenfügungen des literarischen und historischen Materials renovieren das Bild von Klassik und französischer Besetzung. **** In Wolfram Siemanns Metternich-Büchlein (Metternich. Staatsmann zwischen Restauration und Moderne) hat mich vorweg die...

Interkultur

Mark Terkessidis, Interkultur, es 2589, Berlin 2010, hab ich heute für dlr rezensiert, hatte nur wenig Platz. Es ist ja erfreulich, dass allmählich auch Nachkommen der Einwanderer aus Wirtschaftswunderzeiten sich in die Debatte um Integration/ Zusammenleben/gemeinsame Kultur einmischen. Schade dass er so wenig von früheren Modellen der Völkermischungen weiss. Ich lese gerade die Bücher von Karl-Markus Gauß, (Die Hundeesser von Svinia, Die versprengten Deutsc hen, Die sterbenden Europäer) - über Slowaken, Ungarn, Deutsche und Roma, über die seinerzeit in ukrainische und russische Gebiete...

Emanzipation - Freude, Freiheit, Kooperation statt Zickenkampf

Also gut, weil ich gesagt hab, wir sollten die Debatte neu führen und daraufhin gefragt wurde, was wir damals denn wollten, wenn es auch peinlich ist, zitiere ich mich. Aufsatztitel war "Unwissenschaftliche Betrachtungen eines weiblichen Monsters", Erscheinungsjahr 1969, nur zwei Sätze: "Frauenemanzipation? Das ist der falsche Ansatz, das lenkt vom Thema ab. Mir paßt die Rollenerwartung, die an die Frau gestellt wird, ganz und gar nicht, aber mir graut dabei doch ebenso vor dem Manns-bild, zu dem sie in Beziehun gesetzt wird. Seine "Stärke", sein Prestigekampf, Leistung, Heldenimage,...

Feminismus im Rückblick

Gestern fand ich in der Berliner Zeitung einen Artikel von Hannelore Schlaffer "Kinder sind jetzt schick. Droht der Rückfall in die alte Rolle? ...", ein Beitrag zu diesem Medienstreit um alte und neue Frauenrollen. In dem 5-Spalter steht der Satz: "Das ausschließliche Ziel der sich emanzipierenden Frau war die Teilnahme am beruflichen und öffentlichen Leben der Männer, und dabei konnte das Kind ... nichts sein als ein Hindernis" Interessant, Frau Schlaffer ist ungefähr so alt wie ich und hat offenbar in einer anderen Zeit gelebt. Es mag ja diese Frauen gegeben haben, die ausschließlich am...

sozialistische Sozialisation

Vor mir liegt der Text eines Liedes [ http://ingeb.org/Lieder/duhastja.html] , das wir in "unserer Jugend", in der Jungen Garde oder FÖJ (= österreichische Variante der FDJ) gesungen haben. Ich kam neulich mit einem DDR-sozialisierten Freund darauf zu sprechen, der mich ironisch mit dieser Überschrift trösten wollte. "Du hast ja ein Ziel vor den Augen, damit du in der Welt dich nicht irrst, damit du weißt, was du machen sollst, damit du einmal besser leben wirst ..." ich finde das fürchterlich, aber überlege, was daran so schrecklich ist. "... die Welt braucht dich, fröhliche Herzen,...

der reader meldet

Mein Sohn, der ja auch mein Administrator ist, hat dank seines readers heute drei Erwähnungen meiner Arbeiten gefunden: Ulrich Beck zitiert - offenbar in einem Vortrag in Sofia - aus dem 1988 erschienenen Buch "Aus Nachbarn wurden Juden. Ausgrenzung und Selbstbehauptung 1938-1942". siehe: http://www.soemz.uni-sofia.bg/e-Bibliothek/TEXTE/INTERKUL/BECK_WIE.PDF in der neuen Ausgabe der Zeitschrift Semit ist der im Narrenbuch erschienene Text "Meine Achse des Guten" abgedruckt http://www.dersemit.net/component/content/article/22-der-semit-zeitschriften/354-der-semit-062010.html und bei...

Bücherschicksal

... auf dem Weg zum Einkaufen ging ich bei dem Trödelmarkt vorbei, erstaunlich viele Menschen kramen in den Kisten mit Büchern. Mir fällt eine Napoleon-Biographie von Cronin auf, falls es nciht ein Autor mit dem gleichen Namen war, so war er einer der Lieblingsautoren meiner Jugendjahre. Ich erkundige mich nach dem Preis. 50 Cent. Da denk ich mir, Oweh, so ergeht es meinen Lieblingsautoren, sie haben nach ein paar Jahren keinen Wert mehr. Nach geneuerer Prüfung (dank Internet), stellte ich fest, es ist ein anderer Cronin ... ein kleiner Trost, trotzdem traurig.

Rezension im Deutschlandfunk

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/buechermarkt/1359799/ Auch eine "unjüdische Jüdin" wie Hazel Rosenstrauch kommt im Sperrfeuer der öffentlichen Erinnerung an ihrem Jüdischsein auf die Dauer nicht vorbei. Also begibt sie sich auf das semantische Minenfeld der Beziehung zwischen "Juden" und "Deutschen", mit diesem unsinnigen Begriffsunterschied geht das Elend ja schon los; Beatrix Novy geht feinfühlig mit den Texten, genauer gesagt mit den thematsierten Problemen, um und urteilt freundlich-differenziert. Danke, allerdings will ich anmerken, dass ich nichts gegen Stolpersteine habe, ich stosse...

23.11.2010: Wider die »Verbewältigung« (Tageszeitung Neues Deutschland)

Erich Hackl 23.11.2010 / Feuilleton Wider die »Verbewältigung« »Juden Narren Deutsche«: Provokante Denkanstöße von Hazel Rosenstrauch Hazel Rosenstrauch formuliert bisweilen etwas schnoddrig, so dass man glauben möchte, sie sei nicht in einem Wiener Gemeindebau, sondern im Hinterhof einer Berliner Mietskaserne aufgewachsen und habe ihr österreichpatriotisches Elternhaus preußisch verlinken wollen. In ihrer ersten Buchveröffentlichung, über das eurokommunistisch inspirierte »Wiener Tagebuch«, ging sie entsprechend forsch ans Werk, und die damals noch lebenden Mitarbeiter der legendären...

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