Neger, politisch korrekt

Bei uns in Wien hießen die Negerküsse Schwedenbomben, ob das eine Diskriminierung war, weiss ich nicht. Und in Wien habe ich oft erlebt, dass manchmal der Ton oder ein Buchstabe den Unterschied ausmacht: "Bist a Jud?" Oder "Bist Du Jude" sind zwei völlig verschiedene Aussagen. Wenn man alle LIteratur rückwärts retuschieren will, ich denke dabei auch an die Herabwürdigung von Frauen, bliebe wohl vieles nicht oder nicht vieles übrig. Es kommt wie immer auf den Kontext an. Heute hörte ich eine Sendung, in der darüber diskutiert wurde, ob man abends am Bettrand beim Vorlesen von Astrid Lindgren-...

Wie ich lernte, was akademische Hierarchie bedeutet

Anfang der 1970er Jahre unterrichtete ich gemeinsam mit einem Kollegen an der Volkshochschule Schöneberg "Deutsch fdür Türken". Damals gab es noch keine Lehrbücher, geschweige denn eine Ausbildung, wir entwickelten das gemeinsam mit den durchaus interessierten  "Gastarbeitern", auch "Gastarbeiterinnen". Dann gab es eine Ausschreibung für die Entwicklung von Lehrmaterial. Wir reichten ein. Man brauchte aber die Unterschrift eines Professors (war wohl als Qualitätssicherung gemeint). Wir gewannen den 1. Preis. Der Prof. machte das dann, aber ohne uns.

wie ich Selbständigkeit verstehen lernte

Auch in Kanada, 1960er Jahre, ich hatte zwei Ferunde, mit denen man Pferde stehlen konnte. Frank, der mir sehr geholfen hatte, arbeitete in einer Firma, die nachts Büros und Fabriken putzte. Der Chef hatte ihn beleidigt, es gab grossen Krach, Frank kündigte. Da bot ihm der Chef an, er könne sich selbständig machen. Die Selbständigkeit bestand darin, dass er ein eigenes Scheckbuch bekam und auf eigene Rechnung putzen durfte. Von Stund an hatte er keine Zeit mehr, war "wichtig", arbeitete doppelt und dreimal soviel, nahm sich eine bessere Wohnung.

Wie ich lernte, wozu Schönheit gut ist

In Kanada, ich war erst kurz in der Canadian Imperial Bank of Commerce angestellt, wurde ich auf einen Kurs zur Weiterbildung geschickt. Es ging nicht, wie ich erwartet hatte, um Bankwesen oder Buchhaltung, sondern wir, der Nachwuchs, lauter junge Frauen, kamen in einen Kosmetiksalon. Uns wurde vorgeführt, wie man sich schminkt, kleidet, frisiert. Als ich sagte "I can't see, why I should do this, I think I am beautiful enough" war das ein grosser Skandal. "Ir you don't want to improve yourself, we can't help you".

Wie ich lernte, was liberal ist

Meine ersten journalistischen Sporen verdiente ich mir bei einer Wirtschaftszeitschrift. Mein Zahnarzt hatte mich an seinen Kunden vermittelt. Der war bekannt als konservativ, fand es aber lustig, so eine kleine Rote zu engagieren. Ich war eine Art Praktikantin, bekam aber auch (wenig) Geld und wurde zu den Pressekonferenzen geschickt, bei denen es was zu essen gab. Nach zwei Monaten durfte ich erstmals für einen eigenen Artikel recherchieren. Es ging um ausländische Studenten (so sagte mandamals und Frauen waren ohnehin nicht dabei). Man denke, das war Mitte der 1960er Jahre.

Die Wissenschaft, die Liebe und "meine" Humboldts

Date: 

19.01.2013 - 20:30
Am Samstag, 19. Januar, findet in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften der sogen. Salon Sophie charlotte mit sehr sehr vielen Veranstaltungen zum Thema Liebe, genauer gesagt: Die Wissenschaft und die Liebe, statt. Details http://www.bbaw.de/veranstaltungen/2013/januar/salon2013 . Und an einem der vielen Orte (Raum 226, 2. OG) spreche ich um 20.30 mit der Humboldt-Forscherin Ute tintemann über "Wilhelm und Caroline von Humboldt. Theorie und Praxis der offenen Zweierbeziehung", wobei ich für die Praxis zuständig bin.

LinkedIn - Hilfe, ich habe ein falsches knöpfchen gedrückt

Es ist ein Netzwerk, aber ist es auch ein soziales Netzwerk? Oder eine Maschine, die durch meine Mails rast und sich nicht stoppen lässt? Oder ist's ein sozialistisches Manöver, mit dem ein dienstbarer Geist unaufhaltsam all meine Kontakte eingemeindet, registriert und zuordnet wie weiland der Geheimdienst? Ja, ich habe einen Fehler gemacht: ich habe ein falsches Knöpfchen gedrückt. Seither bekomme ich jeden Tag Mails, nicht nur vom Netzwerk, das ließe sich abschalten, sondern von Freunden und Unfreunden, die mich fragen, was das denn soll, weil sie ständig Anfragen bekommen, ob sie meinem...

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