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Arsenal-Verlag

15 Jul

Ges­tern, am 14. Juli, fei­erte Peter Moses-Krause wie jedes Jahr zum fran­zö­si­schen Natio­nal­fei­er­tag dies­mal den 33. Jah­res­tag der Grün­dung sei­nes Ver­lags. Es gibt eine neue Buch­hand­lung in der Tucholsky-Strasse und dort fand das Ereig­nis statt. Peter erzählte, Auto­rin­nen lasen, auch ich, aber es war uner­träg­lich heiss, der Schweiß troff, wäh­rend ich pas­sen­der Weise aus Ingrid Mylos “Män­ner in Win­ter­män­teln” und zuvor aus mei­nem Varnhagen-Buch las. Aber es waren doch erstaun­lich viele Leute da und sie harr­ten aus, auch wenn Peter meist so leise sprach, dass man ihn in den hin­te­ren Rei­hen nicht ver­ste­hen konnte.

Die Buch­chand­lung heißt nach Tucholsky, liegt in der Tucholsky-Strasse (No. 47) und scheint dem Namenspa­ten alle Ehre zu machen.

Lange Pause + Gelesenes

15 Jul

Mein Sohn und Admi­nis­tra­tor und Leh­rer in Sachen Web­site sagt mir immer wie­der, eine Web­site muss gepflegt wer­den, lange Pau­sen sind kon­tra­pro­duk­tiv. Aber es ist so heiss.

Also Lese­früchte: Gus­tav Seibt, Goe­the und Napo­leon, eine his­to­ri­sche Begeg­nung, hat mir gros­ses Ver­gnü­gen berei­tet, Blick von schräg unten, Detail­auf­nah­men und unge­wohnte Zusam­men­fü­gun­gen des lite­ra­ri­schen und his­to­ri­schen Mate­ri­als reno­vie­ren das Bild von Klas­sik und fran­zö­si­scher Besetzung. ****

In Wolf­ram Sie­manns Metternich-Büchlein (Met­ter­nich. Staats­mann zwi­schen Restau­ra­tion und Moderne) hat mich vor­weg die Ein­lei­tung erstaunt. Das Ver­bot eines Films über­den Wie­ner Kon­greß (1934) wird zum Anlaß für das poli­tisch kor­rekte Bekennt­nis gegen Anti­se­mi­tis­mus. Mich hats an die soge­nannte Lenin-Sauce in den Büchern der DDR-selig erinnert.

Jáchym Topol, Die Teu­fels­werk­statt, ist sehr böse und phan­tas­tisch, eine scharfe  Pole­mik gegen die Even­ti­sie­rung des Holo­caust mit herr­lich abgrün­di­gen Ideen — aber gegen Schluß wer­den diese Ideen breit­ge­tre­ten, hin­ge­hauen, wirkt a bis­serl zu schnell geschrieben. **

Nicht zu ver­ges­sen Milenko Jer­go­vic, den ich von hin­ten nach vorne lese — erst den Free­lan­der, dann das Wals­nuss­haus, eins bes­ser als das andre, für die nächste Zug­fahrt nehm ich mir Buick Rivera mit. End­lich Lite­ra­tur! So grau­sam wie schön, unter­rich­tend wie unterhaltend. *****

und ich ich mir end­lich den knapp 1000 Sei­ten star­ken Orlande Figes, Die Flüs­te­rer, Leben in Sta­lins Ruß­land, vor­ge­nom­men — schade dass man sol­che Bücher gewichts­be­dingt nicht in den Urlaub mit­neh­men kann. Da der His­to­ri­ker (ja, jener, der sich selbst Rezen­sio­nen geschrie­ben und die Kol­le­gen ver­ris­sen hat — armes Kerl­chen) vor­weg Bio­gra­phien vor­stellt und das Buch offen­bar sehr gut über­setzt ist, liest es sich span­nend, ach wär es doch ein Roman und nicht die Beschrei­bung einer lang nach­wir­ken­den Realität.

Und weil er den Georg-Büchner-Preis bekom­men hat, habe ich mir ein Buch von Rein­hard Jirgl aus­ge­borgt, dazu kann ich aber noch nichts sagen.

Zugfahrt

28 May

eine neun­stün­dige Zug­fahrt von Wien via Prag nach Ber­lin — ers­tens fährt der Zug lang­sam genug, dass man noch etwas sieht, zwei­tens ist die Land­schaft wun­der­schön und drit­tens konnte ich in Ruhe lesen. Das lag aller­dings auch daran, daß ich ein 1. Klasse-Ticket hatte. Nach­dem ich bei mei­nem ers­ten Ver­such mit JMG Le Clé­zio geschei­tert war, habe ich “Der Afri­ka­ner” sehr genos­sen. Weni­ger begeis­tert war ich von dem Heft der Serie ZEIT-Geschichte über die Auf­klä­rung, ich fands etwas banal, aber das liegt wohl daran, daß ich die Zeit (nicht DIE ZEIT) zu gut kenne.

Bei der Hin­fahrt und in Wien habe ich Peter L. Ber­gers Auto­bio­gra­phie: Im Mor­gen­licht er Erin­ne­rung gele­sen, das als Geschichte (gebo­ren in Wien, Emi­gra­tion nach Paläs­tina, von dort in die  USA, durch Mis­sio­nare in Haifa sehr reli­giös gewor­den) inter­es­sant ist, die Atmo­sphäre unter kon­ver­tier­ten Juden schil­dert, sprach­lich eher mager.

gelesen: Wassili Grossmann

12 Jan

da ich nun schon auf  Seite 620 bin,kann ich das Buch sehr emp­feh­len. Vor­sich­tig und ohne vor­schnelle Par­al­le­len ver­knüpft der Autor die Gescheh­nisse in Sta­lin­grad — auf deut­scher und rus­si­scher Seite und das Lager­le­ben — in KZs und im Gulag. Abge­se­hen davon denke ich jeden Tag daran, dass wir nicht frie­ren, nicht hun­gern, keine Gra­na­ten ein­schla­gen und ich keine Angst haben muss, abge­holt zu werden.

gelesen: Peter Ackroyds Shakespeare-Biografie

4 Jan

zur Zeit bin ich in Ber­lin auf Urlaub. Das bedeu­tet, dass ich mir kei­nen Druck mache, viel im Schnee her­um­stapfe und die Ding etue, für die ich sonst keine Zeit habe. Ich geniesse den Schnee, schließ­lich bin ich in Öster­reich auf­ge­wach­sen. Und lese u.a. Peter Ack­royds Shakespeare-Biografie. Ein Genuss. Viele Ver­mu­tun­gen, viel­leichts, könn­tes, aber so gekonnt, dass man den sich bewe­gen­den Den­kap­pa­rat spürt und die Spu­ren­su­che beglei­ten kann.  *****