Studentenbewegtes + intelligente Frauen

Vorige Woche habe ich  dem Archivar des Amsterdamer IIAS meinen Koffer mit 68er Kram gegeben, ich werde keine Veteranengeschichten schreiben und schleppte dieses Trumm seit Jahren mit mir. In der Hauptsache sind es Flugblätter, Broschüren, Zeitschriften, zumeist aus den Jahren 66 und 67. (Ich habe in Berlin kein vertrauenswürdiges Archiv gefunden.) Was haben wir nicht alles diskutiert und thematisiert und praktiziert. In den Unterlagen war auch eine Zeitschrift “ergo” mit der Titelgeschichte: Angst vor intelligenten Frauen. Schon damals – mir fiel ein, daß mir die Emanzipation der Männer aus eben diesen Gründen früh am Herzen lag, im Weiberkursbuch 17 hatte ich drüber geschrieben und war dafür von den Feministinnen gescholten worden. Es ging nicht um Quoten und nicht um Machtteilhabe, aber die Möglichkeit, seine Intelligenz zu verwenden und womöglich trotzdem geliebt zu werden, war schon wichtig. Wenn ichs richtig sehe, hat sich in dieser Hinsicht nicht allzu viel geändert, intelligente Frauen machen vielen Männern immer noch Angst, aber heute verzichten Frauen deshalb nicht mehr auf ihre Bildung und ihr Wissen, ist doch ein Fortschritt (falls dieses Wort noch erlaubt ist).

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